30 Jahre und noch kein bisschen müde
Die Reiter riefen und wir kamen. Im wunderschönen Karlsruhe liegt auf dem Gelände des alten Schlachthofs das Substage. Eine Metallocation, wie sie sein sollte: live, laut und lässig.
Die Location
Das Substage wird seit 1990 von Ehrenamtlichen getragen und ist seit 2010 von seiner ursprünglichen Location, einer ehemaligen Fußgängerunterführung, in der ehemaligen Schlachthalle auf dem Alten Schlachthof in Karlsruhe beheimatet. Dem ursprünglichen Ziel der (Rock-)Musikszene in Karlsruhe eine Heimat zu geben, ist der Verein treu geblieben und bietet als Live-Musikclub sowohl lokalen, als auch internationalen Bands eine Bühne.
Aus der Kulturszene kommend, gibt es im Substage „Keinen Platz haben wir für Homophobie, Sexismus, Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form“ und auch Träger von Bandkleidung von „Grauzonen“-Bands wie den Böhsen Onkelz kann zum Einlassverbot führen. Herzlich willkommen sind aber nicht nur Rockfans, sondern auch Musiker und Fans vieler Genres, wie Electro, Indie, Metal, Pop, HipHop, Reggae, Punk.
Und auch beim Thema Inklusion ist das Substage vorbildlich: Für Begleitpersonen von Schwerbehinderten ist der Eintritt frei und im Innenbereich gibt es eine Empore mit Sitzmöglichkeiten, von der man die Bühne gut sehen kann.

Im Bereich der Empore gibt es eine Garderobe, wo man zu fairen Preisen seine Jacken und Taschen abgeben kann. Die Empore ist über zwei Treppenzugänge erreichbar, einmal über das Treppenhaus, über das man auch die Toiletten im Keller erreichen kann und einmal seitlich, gegenüber, wo man direkt am Merchandise Stand heraus kommt.

Im Erdgeschoss gelegen hat es eine lange Bar, an der man nur bar bezahlen kann (Der Witz is gewollt). Bringt also genügend Bargeld mit, ansonsten wird es ein trockenes Event.
Die Auswahl an Getränken und Snacks ist groß und sollte alle Bedürfnisse befriedigen können. Und selbst ein hangry-Joe konnte dort befriedigt werden

VICTORIUS
Den Einstieg in den Abend machten die Power-Metaller aus Leipzig. Mit Dinosaur Warfare und Space Ninjas from Hell.
Musikalisch im Stile von „Rhapsody of Fire“ oder „Grailknights“ wurde ab den ersten Akkorden schon gut geheadbangt und die Menge wurde langsam warm.

Funfact: Victorius haben Marketing durchgespielt:

Wer will nicht ein Shirt haben, dass +2 Charisma, +1 Strength und +9 Laser Damage gibt?
CYPECORE
Weiter ging es mit Melodic Death Metal aus Mannheim: Cypecore.
Mit ihren postapokalyptischen Rüstungen und einer Mischung aus ruhigen Synth Beats und industriellen Riffs war der Auftritt eine Performance und gute Einstimmung auf die darauf folgenden Reiter der Apokalypse.
Musikalisch sind die Jungs sehr vielseitig unterwegs, von gothic-esken Balladen über klasischen Death Metal und Synth Beats war alles mit dabei.


Die Apokalyptischen Reiter
Wikipedia beschreibt die Reiter als „Melodic Death Metal“ aus Thüringen. Auch wenn das der Einstieg war, so sind die Reiter mittlerweile eine der vielseitigsten deutschen Bands. So sorgen nicht nur symphonische und folkloristische Elemente für Abwechslung, sondern auch der Gesang in deutscher und englischer Sprache, Refrains in russisch und finnisch, sowie Einflüsse lateinamerikanischer, spanischer und arabischer Musik dafür, dass man die Reiter in keine Schublade stecken kann.
Volle Kraft voraus: Anlehnungen an die Seefahrt sind nicht nur musikalisch zu finden.

Schon mit dem ersten Lied „Volle Kraft voraus“ gab es direkt einen Moshpit vor der Bühne:

Joe hat keine Mühen gescheut um Bilder aus der Nähe zu machen. Hier Sänger „Fuchs“

Bassist „Volk-Man“:

Gitarrist „Titus Maximus“

Schlagzeuger „Rohgarr“ war aufgrund der Lichtverhältnisse eher schwer abzulichten:

Bei „Metal will never die“ zeigten die Jungs ihre artistischen Fähigkeiten und bildeten eine Pyramide:

Neben Moshpits gab es trotz kleiner Location den ein oder anderen Crowdsurfer:

Sänger „Fuchs“ macht auch an der Trommel eine gute Figur:

Schee wars!

<3

30TH ANNIVERSARY TOUR 2025
Seit 1995 sind die Reiter unterwegs und dabei kein bisschen ruhiger geworden. Die 30 Jahre Tour zusammen mit Cypecore und Victorius führte im November und Dezember 2025 in 10 deutsche Städte, nach Wien und in die Schweiz, und findet ihren Abschluss am 26.12.25 auf dem Schrei!Nachten Festival in der Stadhalle Apolda.
Als „Ein Manifest der Freiheit, des Geistes und der Leidenschaft, die die Band seit 1995 antreibt“ bringen die Reiter dieses Feuer endlich wieder auf die Bühne und versprechen „Mit einer mitreißenden Setlist, die Klassiker, Kultsongs und neue Hymnen vereint, versprechen Die Apokalyptischen Reiter eine Show, die Generationen verbindet – alte Weggefährten und neue Anhänger gleichermaßen“ eine Hammershow.
Den Abschluss der Jubiläumstour haben die Reiter im beschaulichen Apolda geplant, der Kleinstadt in Thüringen, in der vor 30 Jahren alles begann.
Als „100 JAHRE FEIEREY FESTIVAL – Schrei!Nachten 2025“ feiern nicht nur die Reiter ihr 30-jähriges Bestehen, sondern auch die Stadthalle Apolda und der Jugendclub Tomate, wo die Reiter ihre erste Bühnenerfahrung sammelten. Dazu kommt, dass das „Sounds of Gramont“-Festival schon seit 10 Jahren die Kulturszene Apoldas begeistert, so dass summa summarum 100 Jahre Feierei anstehen.
Für das Jubiläumsevent haben Victorius & Cypecore Pause und die Reiter werden von „Hangatyr“ (Black Metal im Eisrtegen Stil), „Without Human Trait“ (Heavy Hardcore aus Erfurt) und einem Special Guest unterstützt.
Setlist
Der Freiheit Vaterland Tour
Gregorian Intro
Volle Kraft
Wilde Kinder
Es wird schlimmer
Der Weg
Der Adler
Die Boten
War Drums
Dive Bomb + 4 Reiter stehen bereit
Intro + Friede sei mit dir
Die Sonne scheint
Iron Fist
Auf und nieder
The great experience of ecstasy
Ich Nehme Rache
Weiße Pferde – Zugaben Block
Der Seemann
Der kleine Wicht
Reitermania
We will never die (akustisch)
Metal will never die (mit Pyramide)
Letztes Lied (Eins aus: Franz Weiss, Wenn ich träume, Revolution, Nach der Ebbe, Wir Reiten)
Outro
Fazit
Die Reiter haben die Hütte abgerissen. Als nach 10 Minuten „Zugabe“-Rufen so langsam das Licht anging und die traurige Erkenntnis kam, dass das Konzert schon wieder rum ist, hingen die Fans sich noch in den Armen und wollten weiterfeiern.
Anders als die „Reitermania“ kann man den Zustand nicht beschreiben und so freuen wir uns auf unser nächstes Zusammentreffen mit den Reitern auf dem ROCKHARZ 2026.
